Zeitpunkt der Inbetriebnahme:
Anfang / Mitte April - nicht zu spät, -bevor das Beckenwasser durch Sonne aufgeheizt wird und die Wassertemperatur noch unter 15 bis 17 °C liegt . - Ganz wichtig bei Becken, in denen das Beckenwasser vom vergangenen Jahr nochmals genutzt werden soll, ist zwar nicht unbedingt zu empfehlen, aber mit steigender Beckenwassertemperatur intensiviert sich die Keim- und Algenbildung.
Sofern der Winterschmutz vom Becken abgehalten, - gleichfalls in der Saison die wöchentliche Frischwasserrate von 3 - 5% / Woche eingehalten wurde, das Becken noch sauber erscheint, ist einer Verwendung von ca. 2/3 Beckenwasser nichts entgegenzusetzen.
Im vergangenem Jahr hat sich auf alle Fälle einiges an Schwimmbadchemikalien im Beckenwasser angereichert, welches man nur durch verdünnen eliminieren kann.
Verkeimtes Wasser muß auf alle Fälle raus, ist eine größere Reinigung erforderlich, ebenfalls.
Die chemische Keule bei grünem Beckenwasser bringt nur erhebliche Nachteile, Reinigungsmittel und Schmutz gehören nicht ins Schwimmbeckenwasser.
Ich empfehle grundsätzlich eine Neubefüllung mit frischem Leitungwasser, das Beckeninnere kann kontrolliert / gereinigt werden. Man weiß, was man im Becken zum relaxen drin hat.
Frostschäden:
Das wäre der erste Punkt, welchen ich an meinem Becken einsehen würde.
Gründlichste Durchsicht des Baukörpers und aller Anlagenteile.
Gab es erhebliche Wasserverluste? Könnten Rohrsysteme und Anlagenteile im frostnahen Bereich geschädigt sein? Hat die Elektrik durch Kondensation gelitten ? usw.
Erst dann würde ich nach dem Beckeninneren und der Abdeckung schauen:
Für verschiedene Anlagenkonzeptionen oder Wasserpflegemethoden sollte zu diesem Zeitpunkt schon die Filteranlage in Betrieb gehen ( absaugen / umwälzen ).
Hier sei an die Wasserpflegemethode mit Biguaniden ( Revacil ) erinnert.
Bei reichlich Rohrsystemen wären diese turnusmäßig alle zwei bis drei Jahre mit speziellen Mittel zu reinigen, der Filter jährlich. Beim Reinigen der Rohrsysteme ist der Wasserspiegel bis Skimmermitte anzuheben.
Schadet auch nichts bei allen anderen Wasserpflegemethoden um die verschmutzte Wasserlinie aufzuweichen.
Beckenentleerung:
* sorgfältige Kontrolle aller Beckeneinbauteile ( Zustand, Funktion, Korrosion ), Zustand der Innenauskleidung des Pools, Anschlüsse zum Filter, der Filter selbst incl. zugehörende Technik, Funktion der Absperrorgane ( Leichtgängigkeit der Kugelhähne usw. ),
Filterbett bei Sandfiltern kontrollieren, sollte nach dem letzten intensiven Rückspülen eine gleichmäßig ebene Oberfläche ausbilden. Bei Verwerfungen ist was nicht i.O. ( Filterfüllung verklumpt / Filterstern defekt o.ä. )
* Rohrleitungen komplett entleeren
Beckenreinigung:
* Kalkablagerungen mit sauren Reinigern entfernen ( z.B. salzsäurehaltige Reiniger )
* Schmutz / Fett / Rußränder mit alkalischen Reinigern
* Haushaltsreiniger sind nicht zu empfehlen, da oft im Inhalt undefinierbar
Reinigungsmittel gehören grundsätzlich nicht ins Schwimmbadwasser, reichlich nachspülen.
Beckenbefüllung:
Schwimmbeckenwasser die Qualität wie Trinkwasser haben sollte, erklärt sich von selbst was man einlassen sollte.
Beim Befüllen ist eine Filterung und Beckenbodenreinigung oft nicht möglich. Der zwischenzeitlich eingetragene Schmutz sollte so schnell wie möglich entfernt werden.
Abhilfe schafft evtl. bei langen Befüllzeiten das nochmalige auflegen der Winterabdeckung.
Bei Becken mit Bodenauslauf kann über diesen schon gefiltert und beheizt werden.
Wasserpflege nach dem Befüllen:
Als erstes den Filter gründlichst rückspülen.
Mit Beckenwassererwärmung steigt bekanntlich bei hartem Wasser der pH-Wert, je nach Wasserhärte mehr oder weniger stark an. Dieser wäre als erstes zu korrigieren ( anfangs in kurzen Zyklen nachzukorrigieren ), damit die Desinfektionsmittel optimal wirken.
Bei jeder Wasserpflegemethode empfehle ich anfänglich einen kräftigen Chlorstoß, um alle Keime im Beckenwasser, Filter und Rohrleitungen zu eliminieren.
Dies kann ein Chlorgehalt von 1 bis 3 mg/l bei durchlaufender Filteranlage, je nach Wasserpflegemethode bedeuten.
Dabei sollte nach einem Tag noch ein Chlorgehalt von mind. 0,6 mg/l meßbar nachweisbar sein. Hierzu empfehle ich grundsätzlich das hochwirksame anorganische Chlor.
Sollte der Chlorgehalt niedriger, oder kein Chlor nachweisbar sein, die Prozedur mit dem Chlorstoß so lange wiederholen, bis das Resultat erreicht ist, - war noch zu viel Schmutz / organische Substanz im Beckenwasser.
Hierbei ist zu unterscheiden:
* Pflege mit Chlor: - in der Regel keine Probleme, Chlorgehalt kann niedrig gehalten werden
* Pflege mit Aktivsauerstoff: hier würde ich das Beckenwasser ca. 1 Woche mit Hochchlorung betreiben. Im Filterbett und Skimmer - Ansaugleitung hat sich eine Schmutzschicht ausgebildet, welche durch anhaltende Chloreinwirkung "weg-oxidiert" werden kann, anschließend ( das Beckenwasser ist etwas wärmer ) wird umgestellt auf Aktivsauerstoff und man verfährt wie gewohnt.
* Biguanide ( Revacil ) - etwas schwieriger:
Diese Biguanide sind nicht oxidierend, es setzt sich ein Biofilm an Rohrleitungen und im Filterbett ab.
Hat man bei Biguaniden über Jahre nichts in Punkto Rohrreinigung gemacht, kommt man besonders bei wuchtigen Rohrsystemen nicht um die turnusmäßige Reinigung der Rohrleitungen herum, - so viel Chlor kann man wohl nicht zugeben, um diesen Biofilm in 8 bis 14 Tagen zu eliminieren.
In minderschweren Fällen, wie Einsatz der Biguanide "erst eine Saison", oder wenig aufwendige Rohrsysteme, ist eine 14 - tägige Hochchlorung in jedem Frühjahr die bessere Alternative zur Rohrreinigung mit speziellen Mittel.
Zu beachten ist, daß sich Biguanide nicht mit Chlor vertragen ( abbauen lassen, oder mit einem Schuß Wasserstoffperoxid ist das Chlor ebenfalls eliminiert - nachmessen ).
Erreicht man mit Chlorzugabe die 0,6 mg/l nicht nach 1 Tag, das mehrmals wiederholt, müssen im kommenden Jahr die Rohre mit entsprechenden Mittel gereinigt werden.
* Flockungsmittel entfernen Schwebeteile und verbessern somit die Wasserqualität.
Filterlaufzeit in der Saison:
Diese wäre abhängig von der Beckenwassertemperatur und der Wasserpflegemethode.
Bei Chlor kann man die üblichen empfohlenen Filterlaufzeiten wählen. Bei kaltem Wasser reichen 6 Std. / Tag, im Badebetrieb und sehr warmen Wasser 2 x Beckeninhalt / Tag ( 8 bis 16 Std. / Tag ).
Die zwar umweltfreundlicheren, in der Desinfektion aber minderschwachen chlorfreien Wasserpflegemittel, wie Aktivsauerstoff und die Biguanide (Revacil ) erfordern meines Erachtens etwas höhere Filterlaufzeiten.
Grundsätztlich dürfte gelten, was ich an Stromkosten in die Filterlaufzeit reinstecke, spare ich an Wasserchemikalienkosten.
Frichwasserzugabe / Rückspülen:
3 bis 5 % Frischwasserzugabe / Woche sind für eine attraktive Beckenwasserqualität erforderlich. Nicht filtrierbare Stoffe werden somit verdünnt.